Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit? Eine detaillierte Definition
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine weit verbreitete Infektionskrankheit. Sie wird durch verschiedene Viren ausgelöst. Typischerweise verursacht sie einen Ausschlag. Dieser Ausschlag erscheint an Händen, Füßen und im Mund. Die Erkrankung verläuft meist mild. Sie heilt in der Regel ohne bleibende Folgen. Selten treten schwerere Verläufe auf.
Ursachen der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die HFMK wird hauptsächlich durch Enteroviren der Gruppe A verursacht. Dazu gehören Coxsackie-A-Viren. Besonders häufig sind Coxsackievirus A16 und Enterovirus 71. Diese Viren sind hochansteckend. Sie können leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Enteroviren sind unbehüllte RNA-Viren. Sie sind relativ umweltresistent. Sie überleben lange auf Oberflächen. Das einzige Reservoir für diese Erreger ist der Mensch.
Wer ist von der Hand-Fuß-Mund-Krankheit betroffen?
Jeder kann an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkranken. Sie tritt aber gehäuft bei Kindern unter zehn Jahren auf. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders oft betroffen. Die Krankheit zählt zu den Kinderkrankheiten. Erwachsene können sich ebenfalls anstecken. Bei ihnen verläuft die Infektion oft symptomlos. Ein geschwächtes Immunsystem erhöht das Risiko für schwerere Verläufe. Die HFMK tritt weltweit auf. Besonders in Asien kommt es regelmäßig zu größeren Ausbrüchen.

Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkennen
Die Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit zeigen sich nicht immer. Bis zu 80 Prozent der Infektionen verlaufen ohne Beschwerden. Dies gilt besonders für Erwachsene. Wenn Symptome auftreten, sind sie meist mild.
Frühe Anzeichen und allgemeine Beschwerden
Die Erkrankung beginnt typischerweise mit unspezifischen Symptomen. Dazu gehören Fieber, Halsschmerzen und Appetitlosigkeit. Manchmal treten auch Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen auf. Diese Beschwerden sind oft mild. Ein bis zwei Tage nach dem Fieber entwickeln sich schmerzhafte Veränderungen im Mund. Kleine rote Flecken entstehen. Sie befinden sich auf der Zunge, dem Zahnfleisch und der Mundschleimhaut. Diese Flecken entwickeln sich zu Bläschen oder Geschwüren. Sie können sehr schmerzhaft sein. Kinder können dadurch Schmerzen beim Schlucken haben. Ein verstärkter Speichelfluss ist möglich.
Der charakteristische Hautausschlag
Etwa ein bis zwei Tage nach den Mundveränderungen erscheint der typische Hautausschlag. Er zeigt sich an Handflächen und Fußsohlen. Der Ausschlag besteht aus roten Flecken und Bläschen. Diese jucken in der Regel nicht. Manchmal kann Juckreiz auftreten. Der Ausschlag kann sich auch auf das Gesäß ausbreiten. Selten sind Knie oder Ellenbogen betroffen. Die Bläschen sind mit virenhaltiger Flüssigkeit gefüllt. Sie sind hoch ansteckend.
| Symptom | Beschreibung | Zeitpunkt des Auftretens |
|---|---|---|
| Fieber | Meist leichtes Fieber, manchmal hoch. | Beginn der Erkrankung |
| Halsschmerzen | Unspezifische Schmerzen im Rachen. | Beginn der Erkrankung |
| Appetitlosigkeit | Geringer Appetit, Unwohlsein. | Beginn der Erkrankung |
| Mundläsionen | Rote Flecken, Bläschen und Geschwüre an Zunge, Zahnfleisch, Mundschleimhaut; schmerzhaft. | 1-2 Tage nach Fieberbeginn |
| Hautausschlag | Rote Flecken und Bläschen an Händen, Füßen (manchmal Gesäß, Knie, Ellenbogen); meist nicht juckend. | 1-2 Tage nach Mundläsionen |
Symptome bei Erwachsenen
Erwachsene infizieren sich oft unbemerkt. Treten Symptome auf, können diese länger dauern. Die Beschwerden sind meist milder. Manchmal sind sie jedoch ausgeprägter als bei Kindern. Komplikationen sind auch bei Erwachsenen selten. Schwangere haben meist einen milden Verlauf.
Übertragung und Ansteckungsgefahr der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist extrem ansteckend. Die Viren verbreiten sich sehr leicht.
Wie verbreiten sich die Viren?
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich von Mensch zu Mensch. Es gibt mehrere Wege der Ansteckung:
- Direkter Kontakt: Körperflüssigkeiten wie Nasen- und Rachensekrete, Speichel und die Flüssigkeit aus den Bläschen sind infektiös. Küssen oder Umarmen kann das Virus übertragen.
- Tröpfcheninfektion: Husten oder Niesen verbreitet virushaltige Tröpfchen in der Luft.
- Schmierinfektion: Die Viren werden über den Stuhl ausgeschieden. Eine mangelnde Händehygiene nach dem Toilettengang ist eine häufige Ursache.
- Kontaminierte Oberflächen: Viren können auf Gegenständen wie Spielzeug, Türklinken oder Besteck überleben. Das Berühren dieser Oberflächen führt zur Ansteckung.
Inkubationszeit und Dauer der Ansteckungsfähigkeit
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel drei bis zehn Tage. Manchmal treten Symptome schon nach einem Tag auf. Es kann aber auch bis zu einem Monat dauern.
Die Ansteckungsgefahr ist in der ersten Krankheitswoche am höchsten. Besonders die Flüssigkeit aus den Bläschen ist hochkontagiös. Die Gefahr sinkt, wenn die Bläschen eingetrocknet sind. Die Viren können jedoch noch Wochen nach Abklingen der Symptome im Stuhl ausgeschieden werden. Infizierte können also sehr lange ansteckend sein.
Diagnose der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Der Haus- oder Kinderarzt ist der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Die Diagnose ist meist einfach.
Blickdiagnose und körperliche Untersuchung
Bei einem typischen Verlauf ist die Diagnose oft eine Blickdiagnose. Der Arzt erkennt die Krankheit anhand der charakteristischen Symptome. Eine körperliche Untersuchung ist notwendig. Dabei werden der Mund und der Hautausschlag genau untersucht. Der Arzt fragt nach Beschwerden und Kontakten zu Erkrankten.
Laboruntersuchungen in Sonderfällen
In den meisten Fällen sind keine Labortests nötig. Bei schwereren Verläufen oder untypischen Symptomen kann eine Labordiagnostik erfolgen. Proben aus dem Stuhl, der Bläschenflüssigkeit oder dem Rachen werden entnommen. Diese werden mittels PCR auf Viren untersucht. Ein Befall des Gehirns kann durch eine Lumbalpunktion ausgeschlossen werden.
Behandlung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Symptomlinderung im Fokus
Es gibt keine spezifische Therapie gegen die Viren der Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Symptome.
Medikamentöse Unterstützung
Schmerz- und fiebersenkende Medikamente können helfen. Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen sind geeignet. Acetylsalicylsäure (ASS) ist für Kinder nicht empfohlen. Bei starkem Juckreiz können Antihistaminika verschrieben werden. Lokale Glukokortikoid-Cremes können gegen den Hautausschlag helfen.
Hausmittel und allgemeine Maßnahmen
Einige Maßnahmen lindern die Beschwerden.
- Fieber senken: Wadenwickel können bei Fieber helfen.
- Mundschmerzen lindern: Kühle Getränke sind angenehm. Milde Mundspülungen mit Kamillen- oder Ringelblumentee können beruhigen. Eis kann ebenfalls Schmerzen lindern.
- Ernährung anpassen: Weiche, kühle Speisen sind leichter zu essen. Joghurt, Pudding oder Suppen sind gut geeignet. Saure, scharfe oder heiße Speisen sollten vermieden werden. Sie reizen die Mundgeschwüre.
- Ausreichend trinken: Dehydration muss verhindert werden.
| Symptom | Behandlung / Maßnahmen |
|---|---|
| Fieber | Paracetamol, Ibuprofen, Wadenwickel. |
| Schmerzen im Mund | Kühle Getränke, milde Mundspülungen (Kamille, Ringelblume), weiche Speisen, Eis. |
| Juckreiz (selten) | Antihistaminika, lokale Cremes. |
| Allgemeines Unwohlsein | Ruhe und Schonung. |
Prävention der Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Schutzmaßnahmen ergreifen
Eine Impfung gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit existiert derzeit nicht allgemein. Präventive Maßnahmen sind daher entscheidend. Sie reduzieren das Ansteckungsrisiko erheblich.
Gründliche Handhygiene
Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist die wichtigste Maßnahme. Die Hände sollten mindestens 20 Sekunden mit Seife gewaschen werden. Dies gilt besonders:
- Nach jedem Toilettengang.
- Nach dem Windelwechseln.
- Vor dem Essen.
- Nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten.
- Bei sichtbarer Verschmutzung.
Händedesinfektion kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Dies sollte mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden.
Vermeidung von engem Kontakt
Enger Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden. Dazu gehören Küssen und Umarmen. Gemeinsame Nutzung von Besteck oder Trinkgefäßen ist nicht ratsam. Erkrankte Kinder sollten zu Hause bleiben. Sie sollten erst nach vollständigem Abklingen der Symptome in Gemeinschaftseinrichtungen zurückkehren.
Desinfektion von Oberflächen
Häufig berührte Oberflächen müssen regelmäßig gereinigt werden. Dazu gehören Spielzeug, Türklinken und Arbeitsplatten. Enteroviren sind umweltresistent. Eine Desinfektion mit viruziden Mitteln kann nötig sein. Das Gesundheitsamt gibt hierzu Empfehlungen.
Impfstoffentwicklung und zukünftige Perspektiven
Es gibt bisher keinen breit verfügbaren, multivalenten Impfstoff. Chinesische Wissenschaftler haben einen Impfstoff gegen Enterovirus 71 (EV71) entwickelt. Dieser zeigte eine hohe Schutzwirkung. SINOVAC arbeitet an bivalenten und tetravalenten Impfstoffkandidaten. Diese sollen vor verschiedenen Enteroviren schützen. Klinische Studien laufen hierzu. Die Entwicklung multivalenter Impfstoffe ist wichtig. Sie könnte den Schutz für Kinder verbessern.
Mögliche Komplikationen der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit verläuft meist harmlos. Komplikationen sind sehr selten.
Seltene, aber ernste Verläufe
In Ausnahmefällen können die Viren das zentrale Nervensystem befallen. Dies kann zu einer Hirnhautentzündung (aseptische Meningitis) führen. Auch eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) ist möglich. Lähmungserscheinungen treten ebenfalls sehr selten auf. Bei atypischen Verläufen kann es zum Verlust von Finger- und Zehennägeln kommen. Dies geschieht innerhalb weniger Wochen nach der Infektion. Bei Säuglingen und immungeschwächten Personen ist erhöhte Wachsamkeit geboten. Sie haben ein höheres Risiko für schwere Verläufe.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit in der Schwangerschaft
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit verläuft in der Schwangerschaft meist mild. Komplikationen sind sehr selten. Eine Ansteckung um den Geburtstermin herum kann das Virus auf das Baby übertragen. In extrem seltenen Fällen können dann bei Neugeborenen Organe wie Leber oder Herz erkranken. Dies kann zu schweren Verläufen führen. Das Risiko für einen schweren Verlauf ist bei Neugeborenen in den ersten zwei Lebenswochen am höchsten.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit meldepflichtig?
Nein, die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist in Deutschland nicht meldepflichtig. Bei einem Ausbruch in Gemeinschaftseinrichtungen (zwei oder mehr Fälle) sollte jedoch das Gesundheitsamt informiert werden.
Wie lange müssen Kinder zu Hause bleiben?
Erkrankte Kinder sollten zu Hause bleiben. Dies gilt, bis alle Symptome vollständig abgeklungen sind. Das Fieber sollte weg sein.
Kann man die Hand-Fuß-Mund-Krankheit mehrmals bekommen?
Ja, eine erneute Infektion ist möglich. Die Krankheit wird durch verschiedene Virentypen verursacht. Eine durchgemachte Infektion schützt nur vor dem spezifischen Erreger. Man kann sich also mit einem anderen Virustyp erneut anstecken.
Ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit dasselbe wie Maul- und Klauenseuche?
Nein, das ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit betrifft Menschen. Die Maul- und Klauenseuche ist eine Tierkrankheit. Sie betrifft Rinder, Schafe und Schweine. Beide Krankheiten werden durch unterschiedliche Viren ausgelöst. Es besteht kein Zusammenhang.
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine häufige, meist harmlose Virusinfektion. Sie betrifft überwiegend Kinder. Gründliche Hygiene und das Meiden von engem Kontakt sind die besten Präventionsmaßnahmen. Bei Verdacht auf die Krankheit ist ein Arztbesuch ratsam. Er kann die Diagnose stellen und Symptome lindern. Die Forschung an Impfstoffen schreitet voran. Dies könnte zukünftig einen besseren Schutz bieten.